Integrativer Waldorfkindergarten Sonnentor

Märchen und Puppenspiel

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Im Anschluss an die freie Spielzeit im Garten oder Wald, sammeln sich die Kinder zum Märchenkreis. Über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen wird den Kindern die gleiche Geschichte erzählt oder als Puppenspiel mit einfachen selbst gemachten Marionetten oder Stehpuppen vorgespielt. Meist werden kleine rhythmische Geschichten oder Märchen ausgewählt, deren Inhalte der Lebenswelt der Kinder entsprechen, die zur Jahreszeit passen oder die die Kinder auf ein bevorstehendes Fest vorbereiten.

Warum erzählte Märchen und Puppenspiele in einer Zeit, in der Kinder durch die Medien mehr als genug Unterhaltung erfahren?

Weil wir denken, dass erzählte Märchen und schlicht gehaltene Puppenspiele für das Kind ein Weg zurück zur schöpferischen Phantasie sein können.

Durch Fernsehen, Kino, Computer und unsere hektische Lebensweise sind Kinder heutzutage zu vielen und zu starken Sinneseindrücken ausgesetzt, so dass sie sich schützen müssen und sich verschließen. Sie sind unkonzentriert, es fällt ihnen schwer stillzusitzen und zuzuhören. Nicht selten empfinden die Kinder Langeweile und wissen nicht, was sie spielen sollen.

Durch die inneren Bilder der Märchen und die Bewegung der Puppen aber lassen die Kinder sich bezaubern. Ihr Gefühlsleben und ihr Denken wird angesprochen ohne sie zu überfordern. Schon nach einigen Wochen erfinden die Kinder oft selbst kleine Geschichten und führen mit Stricktieren und Puppen kleine Spiele auf.

So sind Märchen und Puppenspiele nicht nur Unterhaltung, sondern vor allem Spielerziehung und Phantasiepflege und dienen damit der Stärkung der Lebenskräfte der Kinder.

Die  tägliche Wiederholung über drei bis vier Wochen hinweg ist wichtig, denn die kindliche Seele braucht Zeit, die Bilder in sich aufzunehmen und zu einem eigenen Spiel umzuwandeln.